1985
Erste Prüfungen mit barrierearmer Sprache bei MAN
Die Firma MAN und die bundesweit größte Berufsschule für Hörbehinderte, das Rheinisch-Westfälische Berufskolleg für Hörgeschädigte (rwb) Essen unternehmen erste Bemühungen, um Berufs-Abschlussprüfungen für Hörbehinderte in barrierearmer Sprache anzubieten.
Grund: Hörbehinderung führt nicht nur zu mangelnder Lautsprach-Kompetenz, sondern aufgrund mangelnder Sprach-Erfahrung auch zu eingeschränkten Leistungen im Bereich Schriftsprache. Die Folge: Die schriftlichen Prüfungsaufgaben am Ende der Berufsausbildung werden von vielen hörbehinderten Auszubildenden nur schwer oder gar nicht verstanden. Die Prüfungsleistungen der Auszubildenden (auch der fachlich guten) sind schlecht, weil sie die Sprache der Prüfungsaufgaben nicht verstehen.
1987
Erste textoptimierte Prüfungen am RWB-Essen
Zusammenarbeit von MAN, Berufsschule (rwb Essen), IHK zu Essen und Handwerkskammer Düsseldorf sowie Landwirtschaftskammer Rheinland (heute LWK NRW): erste textoptimierte Prüfungen werden vor den jeweiligen Prüfungsterminen fertig gestellt und sind dann zur Prüfung einsetzbar.
1990
Sonderformulierte Prüfungstexte
Projekt „Sonderformulierte Prüfungstexte, SPT“, beantragt von RWB Essen und FST Heidelberg und finanziert vom Bundesarbeitsministerium. Sprachwissenschaftliche und inhaltliche Detail-Arbeit. Der Geldgeber (Bund) strebt von Anfang an eine bundesweite Verfügbarkeit der Aufgaben an. Widerstände bei den lokalen Prüfungs-Institutionen (unbegründete Befürchtung: „einfacherer Aufgabentext = einfachere Aufgabe“) und einigen Prüfungsaufgaben erstellenden Institutionen. Der Versuch, eine Regelfinanzierung der Prüfungsoptimierung zu installieren, scheitert an mangelndem Interesse auf höherer Ebene und an der Rechtslage im Behindertenbereich, die auf das einzelne Individuum ausgerichtet ist, während die Textoptimierung von Prüfungsaufgaben über-individuell organisiert ist.
1993
SPT II
Verlängerung des Modellvorhabens.
1995
Textoptimierte Prüfungsaufgaben
Im Projekt „Textoptimierte Prüfungsaufgaben, TOP“, weiterhin finanziert von der Bundesregierung, wird die Arbeit fortgeführt. 1998 Umzug der FST nach Halle, hier nun als „Forschungsstelle zur Rehabilitation von Menschen mit kommunikativer Behinderung“ an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg unter Leitung von Prof. Christa Schlenker-Schulte. 2004 haben über 1000 Auszubildende ihre Abschlussprüfung mit textoptimierten Aufgaben absolviert. Die TOP-Datenbank zählt über 20.000 textoptimierte Aufgaben. Die Finanzierungs- und Rechtslage der Prüfungsoptimierungs-Projekte bleibt weiterhin unsicher, obwohl sich die Rechtslage mit der Einführung des SGB IX, der Gleichstellungsgesetze und spezifischer Barrierefreiheitsgesetze deutlich verbessert hat.
2000
TOP II
Verlängerung des Projektes
2004
Prüfungsmodifikation durch Textoptimierung
Nach dem Ende des Projekts TOP beantragt die Forschungsstelle ein weiteres Projekt im Bereich der Textoptimierung von Prüfungsaufgaben.
Das Projekt PMT - "Prüfungsmodifikation durch Textoptimierung" soll die Ergebniss von TOP in die Nachhaltigkeit überführen.
2006
Fortsetzung von PMT in PMT II
Verlängerung - PMTII wird wieder vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefördert.
Frau Aust geht in Pension. Das Essener TOP-Büro der FST wird geschlossen. Die Herausforderung besteht darin, die vielen Details und Abläufe, die über Frau Aust gelaufen sind, nach Halle zu verlagern - oder in den technischen Bereich.
2009
31. Dezember
Zwischenbericht 2009
Das Jahr 2009 stand im Zeichen von ... Drushba und Atlas.
2010
August
1 Jahr TOP-Prüfungen beim ZFA
Der Zentral-Fachausschuss Berufsbildung Druck und Medien (ZFA) hat im Jahr 2009 als erste bundesweit tätige Prüfungsaufgaben-Erstellungs-Institution darauf reagiert, dass hörbehinderte Auszubildende einen Anspruch auf Textoptimierte Prüfungen als Nachteilsausgleich für ihre Behinderung haben (UN-Konvention für die Rechte der Menschen mit Behinderungen, BBiG, HwO) . Der ZFA initiierte eine Arbeitsgruppe zur Textoptimierung der aktuellen Regelprüfungen für die Berufe Buchbinder/in, Drucker/in und Mediengestalter/in.
Diese Textoptimierten Prüfungen können von den prüfenden Kammern zentral beim ZFA bestellt werden.
2010
15. Dezember
Visualisierung des TOP-Workflows
Um einen Eindruck von der Komplexität und dem mit der Textoptimierung von Prüfungsaufgaben verbundenen Aufwand zu vermitteln, haben wir den TOP-Worklow versucht grafisch darzustellen.
2010
01. Dezember
Webseite www.Textoptimierte-Pruefungen.de
Mit der Webseite www.Textoptimierte-Pruefungen.de wird ein zentraler Informationspunkt geschaffen der allen Interesenten die nötigen Informationen bietet.
2010
31. Dezember
Zwischenbericht 2010
2010 wurden - neben der Textoptimierung aktueller Prüfungen - die Werkzeuge für die Textoptimierung von Prüfungsaufgaben immer wieder an die Bedürfnisse angepasst.
Das Projekt-Ende vor Augen wurde mit Preras-Doku ein Werkzeug zur Dokumentation der in PMT erstellten Anwendungen geschaffen.
2011
Februar
Schriftliche Prüfungen - ein Problem für Dich ?
Mit diesem Flyer wird die Zielgruppe der hörgeschädigten Auszubildenen direkt angesprochen.
Ein Aufgaben-Beispiel auf der Rückseite des Flyers zeigt den Vorteil von textoptimierten Prüfungen und erklärt wie TOP-Prüfungen bezogen werden können.
2011
Februar
Textoptimierte Prüfungen - für Auzubildende mit eingeschränkten Deutsch-Kenntnissen
Mit diesem Faltblatt wird die Zielgruppe der prüfenden Institutionen und Ausbilder angesprochen.
Es werden neben den Vorteilen von Textoptimierten Prüfungen auch die rechtlichen Grundlagen erklärt.
2011
01. April
Gründung des Instituts für Textoptimierung
Von Anfang an gab es Verhandlungen mit den Ämtern, die auf einen Regelbetrieb für die Textoptimierung von Prüfungen für hör- bzw. sprachbehinderte Prüflinge zielten. Aber auch mit SGBIX und UN-Behindertenrechtkonvention im Rücken führte kein Weg in eine Institutionalisierung.
Um die Projekt-Ergebnisse und die eigentliche Prüfungsoptimierung nicht untergehen zu lassen, bleibt die Gründung einer TOP-Firma als letzter Ausweg. Von Seiten des Ministeriums gibt es grünes Licht.
Am 1. April 2011 nimmt das "Institut für Textoptimierung (IFTO)" seine Tätigkeit auf. Die Geschäftsführung der GmbH liegt bei Dr. Susanne Wagner und Ulrich Peinhardt, die seit vielen Jahren in den TOP-Projekten arbeiten. Zwei andere ehemalige Mitarbeiterinnen können als Angestellte in die Firma übernommen werden. Die Sommerprüfungen des Jahres 2011 werden bereits durch die IFTO GmbH realisiert.
2011
30. November
TOP-Konferenz - Abschlussveranstaltung PMT
Als Abschlussveranstaltung für alle Textoptimierungs-Projekte der Forschungsstelle (FST) findet im November 2011 eine große Konferenz an der IHK Essen statt.
2011
31. Dezember
Projektende von PMT II
Das endgültige Ende des Projekts PMT II ist gekommen.
PMT II war das letze Textoptimierungsprojekt der Forschungsstelle, insgesamt wurden in allen Textoptimierungsprojekten über 65.000 Aufgaben umformuliert und knapp 2.400 Prüflinge mit textoptimierten Aufgaben geprüft.